Stiftung St. Matthaeus

Via Lewandowsky: wie bitte

12. September – 27. November 2022

© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
© Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Foto: Leo Seidel
Via Lewandowsky, Foto: © Thomas Kretschel

Eröffnung: So. 11. September 2022, 18 Uhr im Rahmen des hORA-Gottesdienstes
Pressevorbesichtigung mit Via Lewandowsky: Do. 8. September 2022, 11 Uhr
Akkreditierung unter info@stiftung-stmatthaeus.de

Vom 12. September bis 27. November 2022 zeigt die Stiftung St. Matthäus, Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Installation „wie bitte“ des Berliner Künstlers Via Lewandowsky: Anlässlich des 500. Jubiläums der Bibelübersetzung Martin Luthers stellt die 80-Kanal-Klanginstallation mit einem partizipativen Chor der Flüsternden die Frage nach der Möglichkeit von Verstehen zwischen Mensch und Mensch sowie Gott und Mensch. Zur Eröffnung am 11. September um 18 Uhr führen Christoph Tannert, Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Bethanien, und Pfarrer Hannes Langbein, Direktor der Stiftung St. Matthäus, einen Kanzeldialog. Der Künstler wird anwesend sein.

Vor 500 Jahren – im September 1522 – veröffentlichte der Reformator Martin Luther den ersten Teil seiner Übersetzung der Bibel ins Deutsche – ein Meilenstein der Reformation und ein Meilenstein für die Verstehbarkeit der Heiligen Schrift, bis heute prägend für die Entwicklung der deutschen Sprache.

Doch verstehen wir auch was wir lesen und hören? – Diese Frage beschäftigt den Künstler Via Lewandowsky in seiner 80-Kanal-Klanginstallation in der Berliner St. Matthäus-Kirche: Unter dem Leitwort „wie bitte“ stellt Via Lewandowsky die Besucher:innen der Kirche in einen Chor der Flüsternden, die auf der Grenze der Verstehbarkeit biblische Psalmen in den Kirchenraum sprechen.

Die biblischen Psalmen sind Krisentexte: Jahrtausendealte Bitten um Hilfe und Rettung, Dank für empfangenen Schutz – Gebete der Menschheit, die die Hoffnungen und Bitten der Menschen über Jahrtausende gefasst und geprägt haben. Über ihnen die alles bestimmende Frage: Hört uns jemand in unserer Not? Werden unsere Gebete gehört und erhört?

Mit der 80-Kanal-Klanginstallation „wie bitte“ geht Via Lewandowsky im Raum der St. Matthäus-Kirche dem Verstehen und Nichtverstehen unserer Gespräche, unseres Redens mit dem Gegenüber, der Stille und dem Warten auf Antworten nach.

Die Psalmen wurden u. a. von Mitgliedern des Freundeskreises der Stiftung St. Matthäus sowie von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen der St. Matthäus-Kirche eingesprochen – hierfür konnten sich die Mitwirkenden ihren Lieblingspsalm aussuchen.

Die St. Matthäus-Kirche (Matthäikirchplatz, 10785 Berlin) ist Dienstag bis Sonntag von 11-18 Uhr geöffnet. Die Klanginstallation von Via Lewandowsky kann kostenfrei besucht werden.

Via Lewandowsky (*1963 in Dresden) ist ein in Berlin lebender zeitgenössischer Künstler. Er arbeitet u. a. in den Bereichen Installation, Objektkunst, Bildhauerei, Performance und Malerei.

Von 1982 bis 1987 studierte Via Lewandowsky an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zwischen 1985 und 1989 organisierte er mit der Avantgarde-Gruppe "Auto-Perforations-Artisten" subversive Performances, die den offiziellen Kunstbetrieb der DDR unterliefen.

Seine multimediale Praxis konzentriert sich auf skulptural-installative Arbeiten und Ausstellungs-szenografien mit architektonischen Einflüssen. Seine Leitmotive sind stets das Missverständnis als Folge des Scheiterns von Kommunikation sowie das Prozesshafte. Eine ironische Brechung des Alltäglichen, das Eindringen des Fremden in den vertrauten, meist häuslichen Bereich, geschieht oft durch die Verwendung von Insignien des deutschen Bürgertums (z. B. eine Kuckucksuhr oder ein Wellensittich). Seine Vorliebe für das Tragisch-Komische, das Absurde und Paradoxe sowie das Sisyphus-Motiv der ständigen Wiederholung und Vergeblichkeit des Handelns verbinden seine Kunst mit Dadaismus, Surrealismus und Fluxus.

Via Lewandowskys Arbeiten wurden weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt u. a. im Château de Nyon (2022), Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin (2022), in der Städtischen Galerie Wolfsburg (2021), dem Daegue Art Museum in Südkorea (2021), dem Jüdi-schen Museum, Berlin (2020), dem Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2019), dem Bongsan Cultural Center in Südkorea (2019), der Shedhalle, Zürich (2018), der David Nolan Gallery, New York (2017), dem Museum der bildenden Künste Leipzig (2016) oder der Kunsthalle zu Kiel (2015).

Weitere Infos: www.vialewandowsky.com.

Pressevorbesichtigung:
Die Pressevorbesichtigung mit Via Lewandowsky findet am Donnerstag, 8. September 2022, um 11 Uhr in der St. Matthäus-Kirche (Matthäikirchplatz, 10785 Berlin) statt. Um Akkreditierung bis Mittwoch, 7. September 2022, wird gebeten: info@stiftung-stmatthaeus.de.

Bildmaterial:
Bildmaterial zum Herunterladen finden Sie auf dieser Seite (ganz unten).

Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt und nur zur Berichterstattung über die Klanginstallation „wie bitte“ von Via Lewandowsky freigegeben. Hoch aufgelöstes Bildmaterial erhalten Sie unter info@stiftung-stmatthaeus.de.

Weitere Informationen:
Pfarrer Hannes Langbein
Stiftung St. Matthäus
Tel.: 030 28395283
Fax: 030 28395187
info@stiftung-stmatthaeus.de
www.stiftung-stmatthaeus.de