Stiftung St. Matthaeus

MatthäusMusik– SCHAROUN ENSEMBLE BERLIN

St. Matthäus-Kirche

Herzliche Einladung zum Abschlusskonzert der Konzertreihe „MatthäusMusik“ mit dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker am 24.04.2012 um 20 Uhr in die Matthäus-Kirche.

Auf dem Programm stehen zwei große Werke von Dvořák und Schubert.

 

Eintritt: 22 €

Tickets telefonisch bei papagena: 030 4799 7474

im Internet: www.schoenherr-musik.de | www.stiftung-stmatthaeus.de | www.berlin.de

an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse

 

Zehn Opern, neun Symphonien, Konzerten, zahlreichen Streichquartette und Kammermusiken zeichnen das Werk Antonín Dvořáks aus. Zu dem Terzett op. 74 von 1887 ließ er seinen Verleger Simrock eine amüsante Entstehungsgeschichte wissen: Auf die ungewöhnliche Besetzung kam der Komponist, als er seinen Untermieter, einen Chemie-Studenten, beim Geigen-Unterricht mit seinem Lehrer hörte. Dvořák hatte die spontane Idee, sich mit seiner Bratsche dazu zu gesellen und bot sich auch gleich an, ein entsprechendes Stück zu komponieren – das dann freilich doch zu anspruchsvoll für den Geigenschüler war. Das Terzett ist ein Werk voller Phantasie und schöner Melodien für zwei Violinen und Viola, im Scherzo auch durchaus furios, musikalisch ein wunderbarer Einstand in den Konzertabend.

Nach Dvořák erklingt eines der schönsten und berühmtesten Kammermusikwerke des 19. Jahrhunderts – das Oktett F-Dur D 803 op.166 von Franz Schubert für Streichquintett, Klarinette, Horn und Fagott von 1824.

Es folgt dem Vorbild von Beethovens Septett aus dem Jahr 1800. Der Grund für diese Ähnlichkeiten sind die äußeren Umstände: Schuberts Auftraggeber, Ferdinand Graf Troyer, hatte ausdrücklich um ein Gegenstück zu Beethovens berühmter Komposition gebeten. Die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Werken sind frappierend: Beide haben fast die gleiche Besetzung, bei Schubert lediglich um eine zweite Violine erweitert. Beide beginnen den ersten und den letzten Satz mit langsamen Einleitungen, mit einer fast gleichen Taktzahl und entwickeln das Hauptthema des ersten Satzes aus der Einleitung. Alle sechs Sätze entsprechen sich in ihrer Anlage weitgehend. Der auffallende Unterschied zu Beethovens Stück liegt aber in der ernsten Stimmung, die das Oktett weit vom traditionell unterhaltenden Ton der großen Kammermusikbesetzungen entfernt. Schuberts Stimmungslage zur Entstehungszeit kommt gut in einem Brief zum Ausdruck: »Denk Dir einen Menschen, dessen Gesundheit nie mehr richtig werden will, und der aus Verzweiflung darüber die Sache immer schlechter statt besser macht, denke Dir einen Menschen, sage ich, dessen glänzendste Hoffnungen zu Nichte geworden sind, dem das Glück der Liebe und Freundschaft nichts biethen als höchstens Schmerz, dem Begeisterung (wenigstens anregende) für das Schöne zu schwinden droht, und frage Dich, ob das nicht ein elender, unglücklicher Mensch ist?«

In dem Oktett kann man anhand des respektvollen Umgangs mit dem beethovenschen Konzept auch die Überwindung von Schuberts Minderwertigkeitskomplexe feststellen. Im 1. und 6. Satz und im Adagio erklingt die typische dramatische und beseelte Musik, die Schubert auszeichnet und den Komponisten sicheren Schritts auf dem Weg zur großen Sinfonie zeigt.

 

Die Konzertreihe „MatthäusMusik“ mit dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker wird in der Saison 2012/13 mit einem hochklassigen Programm fortgesetzt werden – lassen Sie sich überraschen!