Stiftung St. Matthaeus

MatthäusMusik– SCHAROUN ENSEMBLE BERLIN

Benefizkonzert der Berliner Philharmoniker in der St. Matthäus-Kirche

Herzliche Einladung zur zweiten „MatthäusMusik“ mit dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker am 15.12.2011 um 20 Uhr in die Matthäus-Kirche.

Eintritt: 28 €

 

weitere Termine: 11.02.2012 | 24.04.2012

 

Tickets telefonisch bei papagena: 030 4799 7474

im Internet: www.schoenherr-musik.de | www.stiftung-stmatthaeus.de | www.berlin.de

an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse

 

Liebe Musikfreunde,

wir laden Sie sehr herzlich zur zweiten „MatthäusMusik“ mit dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker am 15.12.2011 um 20 Uhr in die Matthäuskirche im Kulturforum ein.

Das Programm beginnt mit Prokofjews „Hebräischer Ouvertüre“. Er schrieb dieses Stück 1919 auf die Bitte ehemaliger Kommilitonen des Petersburger Konservatorium, die er in New York traf. Sie baten ihn um ein Stück für Streichquartett mit Klarinette und Klavier und gaben ihm ein paar hebräische Themen. Prokofjew: „Ich begann am Klavier zu improvisieren und bemerkte plötzlich, dass sich ohne mein Zutun ganze Stücke zusammenfügten. Anderntags setzte ich mich morgens an den Schreibtisch, und am Abend war die Ouvertüre fertig.“ Die Musik ist durch die Wehmut der jüdischen Themen sehr berührend.

Hans Werner Henze führte 3 Sätze aus der Kammermusik 1958 und ein Adagio aus dem Jahre 1963 zur „Quattro Fantasie“ zusammen. Die Musik von 1958 für Klarinette, Fagott, Horn, 2 Violinen, Viola, Cello und Kontrabass bezieht sich auf Hölderlins Gedicht »In lieblicher Bläue«. Das kann man durchaus hören, wenn auch die Sätze aus der Kammermusik, die das Gedicht vertonen, in Henzes Zusammenstellung als „Quattro Fantasie“ nicht mehr vorkommen.

Das berühmte sechsstimmige Ricercare entstand nach einer Begegnung Johann Seb. Bachs mit dem preußischen König 1747 in Potsdam, wo sein Sohn Carl Philipp Emanuel als Hofmusiker tätig

war. Friedrich II spielte das Thema vor und bat Bach, darauf eine Fuge zu improvisieren, was Bach meisterhaft tat. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig arbeitete er das Thema weiter aus, u.a. zu einem fugenartigen Satz für sechs Stimmen - dem Ricercare a 6 - und widmete es dem preußischen König unter dem Namen „Musicalisches Opfer“.

Während Bachs Ricercare ein Spätwerk ist, er starb 1750, begegnen wir in Felix Mendelssohns Oktett in Es-Dur der Kunst eines 16jährigen. Im Oktett bilden 2 Streichquartette quasi ein Kammerorchester. Es ist eine kleine Symphonie mit wunderbaren Melodien, die ahnen lassen, wie sehr Mendelssohn Mozart verehrt hat.

Das Besondere des Konzerts am 15. Dezember ist, das der Erlös der Förderung zur Errichtung der Boden-Skulptur „Stufen“ von Micha Ullman dient. Das Modell ist schon jetzt in der Kirche zu besichtigen. Unter einer Glasplatte führen sieben Stufen in die Tiefe, bedeckt von rotem Sand. Es ist eine Installation, die an seine „Bibliothek“ am Bebelplatz erinnert. Der den Boden bedeckende rote Sand ist aus Israel, der gerade in einer christlichen Kirche viele Bezüge herstellt und ein Zeichen der Versöhnung zwischen Juden und Christen werden kann.