Stiftung St. Matthaeus

Besuch des australischen Premierministers Kevin Rudd in der St. Matthäus-Kirche

Am Dienstag, dem 7. Juli 2009, besuchte der australische Premierminister, Kevin Rudd in Begleitung des australischen Botschafters Ian Kemish die St. Matthäus-Kirche am Kulturforum in Berlin-Tiergarten.

PM Kevin Rudd liest in einem Autograph von Dietrich Bonhoeffer
Begrüßung des PM Kevin Rudd durch 
Pfr. Christhard-Georg Neubert vor der Kirche

Der Besuch, der abseits der offiziellen Termine des Premierministers stattfand, galt dem Austausch über die Bedeutung Bonhoeffers für Politik und Gesellschaft.

Kevin Rudd ließ sich von der Leiterin der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Frau Dr. Jutta Weber, einige Originaldokumente aus dem Nachlass Dietrich Bonhoeffers zeigen, darunter den letzten Brief Bonhoeffers aus der Haftanstalt Tegel.

An dem Fachgespräch nahmen unter anderen die Vorsitzende der Internationalen Bonhoeffergesellschaft, Prof. Christiane Tietz, der Präsident der Humboldt-Universität, Prof. Christoph Markschies, der Präsident des Konsistoriums Ulrich Seelemann, der Berliner Theologe Prof. Wolf Krötke und der Kurator der Stiftung St. Matthäus Prof. Helmut Reihlen teil.

Anlass des Besuchs war die gegenwärtig in der St. Matthäus-Kirche präsentierte Ausstellung ‚Bonhoeffer in Harlem’ mit Arbeiten des australischen Künstlers John Young, die sich mit der Leben und Wirkung Bonhoeffers auseinander setzt. John Young gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Australiens.

Der Berliner Galerist und Kurator der Ausstellung übereichte dem Gast den soeben erschienen Ausstellungskatalog und führte gemeinsam mit dem Direktor der Stiftung durch die Ausstellung.

Der Kunstbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Direktor der Stiftung St. Matthäus, Pfarrer Christhard-Georg Neubert, unterstrich die Bedeutung der Stippvisite: "Es ist äußerst bemerkenswert, dass der Premierminister Australiens sich für den Dreiklang aus Politik, Kunst und Religion interessiert und dabei das Denken Dietrich Bonhoeffers zum Maßstab eigener politischer Verantwortung werden lässt."

Der Premier, selbst Bonhoeffer-Kenner, hob bereits in einem Artikel aus dem Jahr 2006 den Rang Bonhoeffers für das Verhältnis von Glaube und Politik hervor. Das Christentum müsse sich, so Rudd, konsequent auf die Seite der Marginalisierten und Unterdrückten stellen: "I argue that a core, continuing principle shaping this engagement should be that Christianity, consistent with Bonhoeffer's critique in the '30s, must always take the side of the marginalised, the vulnerable and the oppressed."