Stiftung St. Matthaeus

"mneme"

Harald Gnade

Der Titel des Bildes gibt eine Richtung an ohne das Rätselhafte des Bildes in seinem Aufbau und seiner Formensprache aufzulösen. Das aus dem Griechischen stammende Wort ≠Mneme‚ meint eine Erinnerung, die man selber oder ein anderer hat an etwas; Erinnerung an eine wesentliche Erfahrung oder Begebenheit, die man sich unbedingt im Gedächtnis aufbewahren will. Auch das Gedenken, Erinnern im Gebet wird mit Hilfe des Wortes ≠Mneme‚ ausgedrückt.

Harald Gnade, 'mneme', 2004, Eiemulsion, Acrylfarbe, Steinmehle auf Leinwand, 245 x 200 cm (9-teilig)
Harald Gnade, 'mneme', 2004, Eiemulsion, Acrylfarbe, Steinmehle auf Leinwand, 245 x 200 cm (9-teilig)

Unter dem Matisse-Blau von Harald Gnades Bild kommt das Erinnern als ein menschliches Dasein zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konstituierender Akt in den Sinn. Erinnerung gilt, das haben wir von den Juden gelernt, als das Geheimnis der Versöhnung. Der Maler Harald Gnade bleibt im Blick auf diese Konkretion zurückhaltend, doch verweist eine im Zentrum des Bildes liegende stoffliche Form auf ein Geschehen, das dem Erinnern sich öffnet. Dem Betrachter bleibt überlassen, ob er vor diesem Bild ber dem Altar so weit gehen möchte. Die Tür bleibt angelehnt. Das Gewissheit heischende Hoffen auf Versöhnung in den Zerrissenheiten und Abgründen des Daseins dieser unersöten Welt leuchtet aber doch aus als jener sidersinnige Grund, dessentwegen sich Menschen um das Heilige Mahl versammeln - rund um den Erdkreis, Sonntag für Sonntag. Dabei lassen sie sich gerade erinnern an das Zeichen, das Gott in Tod und Auferstehung Jesu Christi gesetzt hat.