Stiftung St. Matthaeus

"magnificent fecundation"

Yang Shaobin

‚Magnificent fecundation’ verweist auf den Grund und Anfang des Lebens. In den Farben Gold, Rot und Schwarz wölbt sich eine Art Feuerball in die Bildmitte. Wer feuerspeiende Vulkane vor Augen hat, wird an feuriges Lavagestein denken, dass sich in Bewegung befindet. Wir sehen das Abbild einer hochenergetischen Verschmelzung. Uns wird nicht gezeigt, welche Energien da zu einander finden. Wir ahnen aber etwas von gewaltigen Umwälzungen, die sich da vollziehen. Wir wissen fast nichts von den Folgen dieser kernschmelzenden Verbindung.

Yang Shaobin, 'magnificient fecundation', 2006, Öl und Leinwand, 210 x 350 cm
Yang Shaobin, 'magnificient fecundation', 2006, Öl und Leinwand, 210 x 350 cm

Über dem Altar, dem zentralen Ereignisort einer christlichen Kirche verbindet sich das Bild unmittelbar mit dem Bedeutungshorizont seines Kontextes. Hier wird die Verbindung von Gott und Mensch in der Feier des Heiligen Mahles gefeiert; hier erfahren sich Menschen als eingeladen neu anzufangen, hier verdichten sich die religiösen Kräfte, die Menschen in die Freiheit aus falschen Bindungen und in Verantwortung berufen. Die Malerei YSBs öffnet den Horizont für die Überprüfung unserer Sehgewohnheiten und Erwartungen, wenn wir eine Kirche betreten. So stellt sich das Bild YSBs der Befragung des Betrachters ebenso, wie es die uns unmittelbaren Fragen nach Urgrund und Quelle unseres Daseins offen hält.

Dem Altarbild korrespondiert am Eingang der Kirche die Arbeit ‚Climax’.