Stiftung St. Matthaeus

Kunstgottesdienst "Mein Psalm" 2010

Im Fokus des diesjährigen Kunstgottesdienstes steht der 15. Psalm mit einer
Psalmcollage der Lyrikerin Monika Rinck.
Predigt: Bischof Dr. Markus Dröge
Liturgie: Pfarrer Christhard-Georg Neubert
Lesung: Lorenz Wilkens
Musik: "monte sancto (Ps 15)"
Komposition für 'Stimme' von Makiko Nishikaze
Claudia Herr, Mezzosopran
Orgel: Landeskirchenmusikdirektor Dr. Gunter Kennel

Mein Psalm 2010
Mein Psalm 2010

Eintritt frei

Mein Psalm 2010
Collage zu Psalm 15 von Monika Rinck

VERBEN DES ZUSTANDS, DES VORGANGS, DER HANDLUNG

Ziehen dahin, ziehen dorthin, das Zelt vorweg, damit
zusammenziehen - ein langes Stück des Weges oder –
auch den ganzen gehen, einstweilen Berge, bleiben.
Bleibt die Frage: Wer wird mit Gott zusammenziehn?
Das Regelwerk: Wer geradewegs, mit einer Zunge,
geradespricht und lieb zum Nächsten, bös dem Bösen,
gut dem Guten ist. Wer gerade ist, untadelig, upright,
in Schlichtheit, redlich, in Vollkommenheit, mit grad
gehaltnem Wort, wer Wahrheit spricht, wir sprechen
nicht von Häusern noch, der darf zusammenziehn,
auf einen Punkt der Redlichkeit, den Eid zum eignen
Schmerz geschworen, am Elend sich bereichern nicht.
Nicht in Bedrängnis bringen, nicht bezahlen lassen sich,
zur aufgehobenen Bedrängnis. Niemals. Wanken nicht.
Geradewegs. Wer standhaft ist, wird standhaft sein –
Mendelssohn hat "bleiben". Lasst uns das zusammenziehen.
Hier sind dafür die Verben: Wohnen, weilen, ruhen, üben,
reden, verleumden, tuen, schmähen, achten, ehren, schwören,
halten, leihen, schützen, bleiben, nächsten. Wir sehen so:
NÄCHSTEN IST EIN VERB. Und das sind seine Regeln.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt der Bischof zur traditionellen Begegnung mit Künstlerinnen und Künstler ein.