Stiftung St. Matthaeus

"Errettung Petri"

Ulrich Baehr

Anlässlich seiner Ausstellung »Das 20.Jahrhundert« nimmt der Maler Ulrich Baehr die Herausforderung
an, ein eigenes Altarbild zu gestalten.

Urlich Baehr, 'Errettung Petri', 2005, Öl auf Leinwand, 200 x160 cm
Urlich Baehr, 'Errettung Petri', 2005, Öl auf Leinwand, 200 x160 cm

"Vor dem Hintergrund der großen geschichtlichen Katastrophen
des 20. Jahrhunderts werden dem Berliner Maler Ulrich Baehr
‚Schiffsuntergänge’ zu Metaphern für Ideologien und Irrtümer, in
deren Gefolge Freiheit und Verantwortung entkoppelt und die
Würde des Menschen geopfert werden. Galten Schiffe in der
Malerei des 18. Jahrhunderts noch als Demonstrationen mensch-
licher Selbstbehauptung gegenüber der Natur, so kehrt sich das
in den Bildern des Ulrich Baehr geradezu um. Indem Baehr auf
seine unverwechselbare Weise ‚Schiffsuntergänge’ malt, erin-
nert er eindringlich an die zeitliche Begrenztheit aller kolossalen
Systeme, Theorien oder geistigen Lager, in denen, nach einem
Worte Hannah Arendts, ohnehin „meistens der Ungeist“ herrscht."

Christhard-Georg Neubert