Stiftung St. Matthaeus

... besuche mich zeit ...

Harald Gnade

Mit jedem Werk komponiert der Künstler eine subtile Version der Welt. Leben und Vergehen - die Philosophie jeder Zeit - in eine Form zu bringen, in einem einzigen Zustand das Erscheinende und das Verschwinden zu verknüpfen, entspricht dem Maler Harald Gnade.

Harald Gnade, Das empfindliche Kleid (Gobelin IX), 2002
Harald Gnade, Das empfindliche Kleid (Gobelin IX), 2002

Harald Gnades Malerei gleicht einem Wechselspiel von Verhüllung und Häutung, wobei die Entstehungsprozesse sichtbar bleiben: in Gestalt malerischer Gewänder, Farbfelder und Gewebeteppiche, die wie Kraftfelder ihre Materialität verströmen. Harald Gnade arbeitet vom (verschlüsselten) Gegenstand in die Abstraktion, um uns eine Gefühlsverdichtung, eine uns zunehmend verloren gegangene Sinnlichkeit nahe zu bringen. Seine klangvoll komponierten großen wie kleinen Formate laden durch die Reduziertheit des Bildgeschehens ein, den eigenen inneren Landschaften unter den Hüllen der Zeit zu begegnen und in ihnen zu verweilen.