Stiftung St. Matthaeus

wie bitte

Via Lewandowsky

„Murmeln in Sektor Null“, 2017, © Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022
„Murmeln in Sektor Null“, 2017, © Via Lewandowsky/VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Geht man der Frage nach, ob uns Gott versteht, wenn wir uns in unseren monologischen Gesprächen an ihn wenden, kommen wir zu den zentralen Fragen aller Menschen: Hört uns jemand und hören wir, wenn Gott zu uns spricht? Die Sprache in seiner akustischen Form selbst scheint als direkte Form der Äußerung im Dialog ausgenommen zu sein. Die indirekte Rede, die Umwege sind vielfältig.

Mit der 80-Kanal-Klanginstallation „wie bitte“ geht Via Lewandowsky im Raum der St. Matthäus-Kirche dem Verstehen und Nichtverstehen unserer Gespräche, unseres Redens mit dem Gegenüber, der Stille und dem Warten auf Antworten nach. Dabei werden vorgetragene Psalmen zu einem Chor der Flüsternden, solistische Gesänge verdichten sich zu einer klanglichen Atmosphäre von Stimmen ohne Sprache und Geräusche. Klänge lassen Sprache von Natur und Welt entstehen, bei dem das Zuhören ohne zuzuhören möglich wird. Wir verstehen nicht, was wir hören und doch wissen wir, was wir nicht verstehen. Der Klang an diesem Ort wird zu einer Sprache, die ein Ersatz für die Sprachlosigkeit des Nichtverstehens sein kann.