Stiftung St. Matthaeus

Utopie Kulturforum

Unort — Sehnsuchtsort — Zukunftsort

Utopie Kulturforum, Ausstellung in der Kunstbibliothek, Berlin 2021, Foto: Stefanie Heider
Utopie Kulturforum, Ausstellung in der Kunstbibliothek, Berlin 2021, Foto: Stefanie Heider

Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt der Stiftung St. Matthäus mit der Kunstbibliothek, dem Kunstgewerbemuseum, der Neuen Nationalgalerie, Philharmonie Berlin und der Staatsbibliothek zu Berlin.

Das Berliner Kulturforum ist durch Utopien geformt worden. Entstanden ist ein Ort, an dem deren Wirkmächtigkeit und Ambivalenz im Gelingen wie im Scheitern erfahrbar ist. Im Projekt „Utopie Kulturforum“ haben sich die Anrainer zusammengefunden, um mit dezentralen Ausstellungen, Stadtgesprächen und Kunstaktionen die utopischen Potentiale des Kulturforums sichtbar zu machen.

In der St. Matthäus-Kirche beginnen – nach der Überblicksschau im Kunstgewerbemuseum – die unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Häuser auf die Geschichte des Kulturforums in chronologischer Reihenfolge.

Am Beispiel der Geschichte der St. Matthäus-Kirche zeigt sich eine ambivalente Utopiegeschichte angefangen bei der frühen Sehnsucht nach einer Einheit von Staat und Kirche im 19. Jahrhundert, ihren dystopischen Abgründen in der Großmachtssehnsucht der Nationalsozialisten („Germania“). Mit dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Kirche noch vor dem Bau des Kulturforums verbinden sich Träume von einer wiedererstandenen Stadt im Dialog von Religion und Kultur. Die St. Matthäus-Kirche zeigt sich auf mehrfache Weise als utopischer Ort: Als ältestes Gebäude des Areals erinnert die Kirche an eine Stadt, die es nicht mehr gibt (altes Tiergartenviertel). Als geistliches Zentrum erinnert sie an eine Welt, die es noch nicht gibt. Als Ort für die Gegenwartskunst ist sie Resonanzraum für die utopischen Fragen des Daseins.

Weitere Informationen und Programm: www.utopie-kulturforum.berlin.