Stiftung St. Matthaeus

Paula Doepfner - For the trees to drop

Der Altar ist verhüllt - es ist Passionszeit.

Seit Beginn der Passionszeit ist der Altar der St. Matthäus-Kirche verhüllt: Die Berliner Künstlerin Paula Doepfner hat, einer alten Tradition folgend, während der Fastenzeit die Apsis der Kirche mit sechzig Kubikmetern Wald verhüllt. „For the trees to drop“ titelt sie entsprechend und knüpft damit an ein Lied der US-amerikanischen Soul-Sängerin Billy Holiday an: „Strange Fruit“ (1939), einer der erschütterndsten Protestsongs gegen Rassismus und Lynchjustiz in den amerikanischen Südstaaten, singt von den leblosen Körpern der Erhängten, die wie „merkwürdige Früchte“ an den Magnolienbäumen hängen. Das tote Holz, die Gelynchten und die Gefolterten, deren physisches Leiden in filigransten Textzeichnungen an den Seitenwänden der Kirche beschrieben werden, interpretieren im Kontext der Passionszeit die Geschichte des gefolterten und ermordeten Gottessohnes am „Kreuzesstamm“ – am Taufbecken und auf den Emporen utopische Textbilder, die von anderen Welten künden. In einer mehrstündigen Performance verschwindet die Installation am Karsamstag im Osterfeuer.
20.04., 20.30 Uhr Abschlussperformance in der Osternacht