Stiftung St. Matthaeus

Adrien Missika feat. Joseph Beuys, Nicolas Uriburu, Dick Higgins & Takako Saito. MOTUS goes to "Das Haus" – in Kooperation mit ifa-Galerie Berlin "Spheres of Interest"

Im Rahmen des Artists-in-Residence-Projekts "Diesseits von Eden – Künstlerische Erkundungen in Brandenburger Kirchgärten"

Auftakt der Residenz von Adrien Missika im Pfarrgarten Grüntal, Barnim.

Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2022 „Lebenskunst“, kuratiert von Keumhwa Kim und Hannes Langbein.

Diesseits von Eden, Beikraut Beistehen, Grüntal, 2022 © Adrien Missika
Diesseits von Eden, Beikraut Beistehen, Grüntal, 2022 © Adrien Missika

Kirch- und Pfarrgärten gehören zu den versteckten Kleinoden Brandenburgs. Ursprünglich als Nutzgärten zur Selbstversorgung der Pfarrfamilien angelegt, entwickelten sie sich im Laufe der Geschichte zu botanischen Laboratorien und artenreichen Ziergärten. Wie steht es um Brandenburgs Pfarrgärten heute? Und welche Bedeutung haben sie in den verschiedenen Regionen Brandenburgs? Im Rahmen des Artists-in-Residence-Projektes „Diesseits von Eden“ erkunden die drei Künster*innen Anne Duk Hee Jordan, Marisa Benjamim und Adrien Missika von Juni bis August drei Brandenburger Pfarrgärten - in Altfriedland, Saxdorf und Grünland –, die auf diese Weise zu Freiluftateliers und künstlerischen Laboratorien für Fragen der Ökologie, Biodiversität und der Nachhaltigkeit werden.

Der weitläufige und weitgehend naturbelassene Pfarrgarten in Grüntal gehört zum HAUS Grüntal, einem ehemaligen Pfarrhaus, das seit 24 Jahren als kirchliches Besinnungs-, Bildungs- und Begegnungszentrum genutzt wird. Das HAUS und sein Garten liegen an einem Zweig des Jakobsweg von Stettin nach Berlin, und steht Menschen, die Ruhe, Entspannung und Abstand zu ihrem Alltag suchen, zur Verfügung. Der Künstler Adrien Missika wird im Rahmen seiner Residenz die Aufmerksamkeit auf das Phänomen des Unkrauts lenken: Vielfach übersehen und bekämpft will er das Unkraut mithilfe von ortsspezifischen Eingriffen und temporären Naturinstallationen als „Beikraut“ neu wahrnehmbar machen. Unkräuter lassen Muster und Pflanzeninseln im Pfarrgarten entstehen, die im Laufe der Residenz als abstrakte Naturräume transformiert werden und zum Verweilen einladen. Seine Residenz beginnt Missika am 9. Juli mit einer mobilen Ausstellung, die der Künstler mit einem zum Ausstellungsträger umgebauten Fahrrad – MOTUS (= lat. Bewegung) – nach Grüntal bringt. Die Ausstellung aus den Beständen der ifa-Galerie Berlin (Ausstellung „Eine lange Geschichte mit vielen Knoten. Fluxus in Deutschland 1962-1994“) zeigt Werke von Joseph Beuys, Dick Higgins und Takako Saito, die sich mit Fragen der Umwelt und der Nachhaltigkeit beschäftigen und einen generationsübergreifenden Dialog zwischen der Fluxus Bewegung und der Gegenwart in Gang bringen.

Weitere Infos zum Projekt "Diesseits von Eden": www.diesseitsvoneden.de