Eintritt frei
"Meine Arbeiten tauchen aus einer weit entfernten Kindheit auf, manchmal dunkel und kalt, manchmal warm und Sternen durchleuchtet. Aus einer weit entfernten Kindheit, die aus endlosen Sommern im Urwald von Ecuador bestand. Hier sind die Anfänge meiner Fantasie zu finden: Im Urwald mit seinem dunklen Dasein. Unmöglich, ihn zu durchdringen und zu verstehen. Faszinierend. Ursache von Angst und Neugierde.
Als kleines Mädchen beeindruckte mich diese geheimnisvolle Region. Sie war anders. Sie war mir unverständlich.
Als ich anfing, Skulpturen zu machen, drangen die Formen der Blätter und die Farben der Flora aus meinen Erinnerungen hervor.
Am Anfang habe ich nicht nachgedacht, ich habe einfach zugelassen, dass meine Arbeiten immer eine Verbindung mit der Botanik eingingen. Mit der Zeit begriff ich, dass in den Formen und Farben des Urwalds ein wesentlicher Teil meiner Kreativität liegt. Ich fing an, den Entstehungsprozess meiner Werke zu lenken, ohne ihn seiner Unbedarftheit zu berauben, und so meinen Gefühlen Ausdruck zu geben.
Bei jeder meiner Arbeiten setze ich mich mit Gefühlen auseinander, die ich in jener Phase meines Lebens gerade persönlich durchlebe. Das können sein: Einsamkeit, Schmerz, Liebe Verzweiflung, Freude, Ruhe Trauer und Fragilität.
Mit gegenwärtigen Gefühlen aufgeladene Erinnerungen an den Urwald sind – so könnte man es vielleicht sagen – die Grundlage meiner Kreativität.
Wenn ich zu arbeiten beginne, das heißt, wenn ich damit beginne, den emotionalen Zustand zu definieren, in dem ich mich gerade befinde, setzt ein langer Prozess ein, in dem ich intensiv fühle und denke, begleitet und angeregt durch Musik oder Literatur, während sich Skizzen entwickeln - manchmal nur in meinem Kopf - und allmählich eine Form finden.
Dann beginnt der handwerkliche Teil der Arbeit, der körperlich sehr anstrengend sein kann.
Einige Stücke nehmen eine andere Form an, als ich anfangs gedacht habe, als ob sie ein eigenes Leben führen, und die Arbeit überrascht mich am Ende!
Manchmal bin ich auch sehr unzufrieden und komme Tage nicht weiter, bis sich alles – wie durch ein Wunder! – in einer Sekunde löst und das Stück fertig ist!
Und dann fängt alles von Neuem an..."
Lucia Falconi, 2010
Ein Projekt des Kunstbeauftragten der EKBO in Kooperation mit der Stiftung St. Matthäus und der Kirchengemeinde Am Hohenzollernplatz.
Gloriosa
Lucia Falconi
Herbstausstellung Kirche Am Hohenzollernplatz

